Neues aus Ecuador

Hola ihr Lieben, Heute gibt’s mal wieder ein paar Eindrücke aus unserem Leben hier in Ecuador. Ich fang mal mit unserer Arbeit an. In den letzten Wochen hat sich langsam aber sicher so was wie Routine und Alltag eingependelt. Wir fühlen uns immer wohler bei der Arbeit und können uns auch schon viel besser einbringen. Auch die Kinder und Jugendlichen werden immer offener zu uns und gewöhnen sich daran, dass jeden Tag zwei alemanas kommen und sich mit ihnen beschäftigen. Schon 7 kleine/ große Wochen sind wir jetzt hier und manchmal wundert es uns selbst wie schnell man sich an Dinge und Sachen gewöhnen kann. Es ist zum Beispiel mittlerweile einfach „normal“ für uns einen Bus mitten auf der Straße anzuhalten, Wasser abzufüllen (es kann ja immer sein, dass es plötzlich kein Wasser mehr gibt) hier noch einmal ein Danke an Tobi, ohne Geldbeutel rumzulaufen, immer mindestens 3-mal nachzufragen, ständig zu warten und abends unter das gute Moskitonetz zu krabbeln. An andere Sachen kann man sich nicht so schnell gewöhnen aber auch das wird noch Unsere Wochentage sind gefüllt mit Spielen, Basteln, lachen, trösten, Windeln wechseln, bei den Hausaufgaben helfen usw. … Uns wird also nicht langweilig und manchmal (meistens bei den Hausaufgaben) werden die Nerven auch ganz schön strapaziert, wenn ein Kind einfach nicht verstehen will wie man 9-3 rechnet. Da hat oft alles keinen Wert… Kein Fingerabzählen, Äpfel Beispielen oder jegelich andere Veranschauungsversuche…ABER man ist ja erst am Anfang. Hierzu muss man sagen, dass die Aufgaben der Kinder oft einfach nicht zum Lernstadium des Kindes passt… man kann mit keinem Kind schreiben lernen, wenn es nicht lesen kann, vor allem nicht wenn es dann auch noch Englisch ist. Genauso schwierig ist es kompliziert einem Jugendlichen Prozentrechnen beizubringen wenn nicht mal die einfachen Sachen wie Plus und Minus richtig beherrscht werden. Oft fehlt auch einfach die Geduld bei den Kindern, weil sie es nicht gewohnt sind, dass sich jemand mit ihnen hinsetzt und Hausaufgaben macht und dazu auch noch möchte das sie es „selbst“ machen und am besten auch noch verstehen Da ist es manchmal einfach besser ein paarmal tief durchzuatmen und abzugeben… Leider verlassen im Dezember 3 Kinder das Casa weil sie adoptiert werden oder zurück zu ihren Familien kommen. Ziemlich traurig, da man sich doch recht schnell an die Kleinen gewöhnt und sie auch ins Herz schließt Auch außerhalb der Arbeit haben wir wieder einiges erlebt. Angefangen mit weiteren interessanten Speisen wie Schweineschwänzen, Innereien (die sind hier sehr beliebt) bis hin zur Colada Morada ( ein traditionelles Getränk aus keine Ahnung, dass mehrere Stunden gerührt wird) und Schnaps. Diesen bekamen wir auf einer Geburtstagshellowenparty serviert. Das lustige das Geburtstagskind hatte gar nicht Geburtstag. Es wurde auch nicht nachgefeiert…nein es wurde quasi vorgefeiert Eine Woche!! Die Party war äußerst durchgeplant…tanzen, tanzen, tanzen, Schnaps trinken (alle aus einem Glas!)- das Geburtstagskind war ziemlich schnell voll, da es mit jedem Gast mehrere Schnäpse trinken musste. Nach uns unendlich langen vorkommenden Tanzeinlagen (Peinlich für uns) wurde irgendwann eine riesige Süßigkeiten bong oder so was Ähnliches aufgehängt…die hätte man zerschlagen sollen, leider ist sie runtergefallen, dann ist auch noch das Schnürchen zum aufreisen abgebrochen also wurde dem Geburtstagskind kurzerhand alles über den Kopf geleert. Alle Gäste stürzten sich dann wie die Wahnsinnigen auf die Süßigkeiten und danach wurde…ratet mal….Richtig wieder getanzt.^^ Nach dem Essen- selbstverständlich bestehen aus Reis, Hühnchen und tonnenweise Mortadella haben wir uns dann verkrümelt. Ziemlich anstrengend solche Partys aber irgendwie auch recht witzig weil alle immer so gut drauf sind. Vor zwei Wochen haben wir am Wochenende die Tsachilas besucht. Die Tsáchilas sind ein indigenes Volk in Ecuador. Sie sind eine der wenigen präinkaischen Kulturen, die noch exisistieren und leben in den Regenwaldgebieten am Westhang der Anden um Santo Domingo de los Colorados und in den angrenzenden Gebieten der Provinzen Pichincha und Esmeraldas. Tsáchilas („wahre/echte Menschen&ldquo ist ihre Eigenbezeichnung. Die spanischsprachige Benennung Colorados (span. für „Rot Gefärbte&ldquo rührt daher, dass sich vor allem die Männer traditionell mit Farbstoffen aus Achiotesamen die Haare rot färbten. War sehr interessant und ein cooles Regenrohr ist auch noch rausgesprungen Letztes Wochenende hieß es dann für uns dank des Feiertags am Freitag: Vamos a la playa….!!! Zusammen mit Johanna und einer anderen Freiwilligen sind wir nach Mompiche gefahren- ein wunderschönes kleines Fischerdorf an der Pazifikküste. Nach einem Verzögerten Start ( der Bus ist natürlich nicht zur richtigen Zeit gefahren kamen wir nach 5 Stunden am Ziel an und wir müssen sagen das hat sich voll und ganz gelohnt. Kilometerlanger Sandstrand mit Kokusnusspalmen und vielen süßen Bambushäusern. Unser Hostel war direkt am Meer gelegen uns so konnten wir in Hängematten chillen, uns im Pazifik abkühlen und bei ausgiebigen Strandspatziergangen viel quatschen. Ein Höhepunkt stellte das kulinarische Angebot dar, Pizza, Nudeln mit Meeresfrüchten, Fisch, unbeschreiblich gute Fruchtsäfte und Cocktails…herrlich So verbrachten wir das Wochenende ziemlich entspannt und zufrieden. Die Rückfahrt hatte da schon wieder einiges mehr an Adrenalin zu bieten, der Bus ist ziemlich vollgestopft und schnell über die Straßen gerast bis uns schließlich die Polizei anhielt und der Busfahrer jetzt anscheinend eine ziemlich hohe Geldstrafe zahlen muss. Langsam beginnt hier in Santo Domingo die Regenzeit, die Nächte regnet es meistens schon durch…sind gespannt wie sich das noch Entwickelt. Man könnte außerdem denken es ist schon Weihnachten. Überall stehen völlig überschmückte Weihnachtsbäume und die Einkaufszentren platzen fast vor Deko Dieses Wochenende bleiben wir hier, vor Wochen hieß es mal wir würden Samstag mit irgendwelchen Kindern an einen Fluss zum Schwimmen fahren aber ob das immer noch aktuell ist….quien sabes??? Wer weiß das schon Hoffentlich war das jetzt nicht zu lang oder zu langweilig aber es ist wirklich schwierig so viel Erlebtes aufs Papier zu bringen glaub das war so das wesentliche „Zum Aufsetzen des Fußes braucht man nur eine kleine Stelle, aber man muss freien Raum vor den Füßen haben, dann erst kommt man kräftig vorwärts.“ Besitos Clari & Alina

9.11.12 04:14

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