Sorry Sorry Sorry……Dafür gibt’s jetzt richtig viel!

Hallo ihr Lieben daheim,
Schon wieder sind ein paar Wochen vergangen und es wird endlich Zeit euch mal wieder was von unserem spannenden Leben hier in Ecuador zu berichten.
Fangen wir ganz vorne an- Mi cumpleanos (Mein Geburtstag)!

Obwohl ich anfangs ein glitze kleines bisschen traurig war dieses Jahr ohne euch alle und ohne ein kleines Glas Sekt feiern zu müssen bin ich rückblickend aber doch sehr zufrieden mit einem „etwas anderen Geburtstag“J.

Morgens wurde ich mit einem super schönen Frühstück, mit rosa Luftballons, schöööner Tischdeko und einem tollen Erdbeerkuchen von Johanna und Alina überrascht. Ein kleines Geschenk gabs auch also begann der Tag schon mal super! Den ganzen Tag freute ich mich schon auf das Abendessen, es waren nämlich Spagetti geplant! Der Arbeitstag war dank  vielen Geburtstagsliedern der Kinder und dem üblichen Spaß auch sehr schön und ich freute mich sehr über die vielen Glückwünsche!

Am Abend luden sich dann „ganz spontan“ noch einige Ecuadorianer selbst ein und wir begannen völlig hektisch zu kochen. Völlig fasziniert über die wahnsinnig gut gelungene Tomatensoße mussten wir leider feststellen das diese unsere Gäste nicht überzeugen konnte…sie war ihnen einfach zu SCHARF!! Sie war ihnen einfach zu viel Gewürzt…sind sie ja nicht gewohnt….komischJ
War dann ein Wirklich schöner Abend wir haben viel gelacht und irgendwann mussten sie dann aber gehen weil sie angeschwipst waren…sehr geilJ

Am Tag drauf hat Maria Elena dann ein super gutes „ Nachgeburtstagsmittagessen“ gekocht und es gab einen „Ecuadorianischen Kuchen der anderen Art“ für mich- Äpfel mit sehr leckeren SchokobananenJ Sie ist einfach wirklich ein Engel!
So jetzt aber genug von meinem Geburtstag und hin zu einem etwas ernsteren Thema.

 

Vor einigen Wochen hat Maria Elena uns eingeladen mit ihr zusammen die Häuser der Mütter- die vom Ernährungszentrum unterstützt, zu besuchen. Wir waren schon total gespannt was uns erwarten würde. Alle erzählen immer, dass die Mütter und deren Familien wirklich sehr arm und nur sehr wenig Geld zu Verfügung haben. Wenn diese aber morgens durch die Tür spazieren, kann man sich das gar nicht wirklich vorstellen. Die meisten haben richtig schöne Klamotten an, sehen sehr gepflegt aus und machen eigentlich auch einen „ganz normalen“ Eindruck. Das aber eben doch vieles in der Öffentlichkeit anderes scheint als es in der Realität wirklich ist haben wir dann bei unseren Besuchen aber doch ziemlich deutlich gespürt. Die „Häuser“ waren eigentlich nur ein Gestell aus ein paar Morschen Holzbrettern, ohne Wasser, ohne Toilette, ohne Küche. 2 Betten für 7 Personen und alles dreckig. Mehr Haustiere ( Hunde, Katzen, Schlangen und was weiß ich noch alles), streunen auf dem Boden neben den 2 kleinen Kindern herum und demnächst soll eine kleine „Küchenzeile“ gebaut werden. Und obwohl für uns alles so schlimm und auch eklig aussieht erklärt uns die Sozialarbeiterin, dass es schon viel besser geworden ist. Wir können uns nicht vorstellen wie es dort vor ein paar Monaten noch ausgesehen hätte…

Im nächsten Haus das gleiche traurige Bild, schimmliges Obst auf den Böden ein Huhn im Bett des Babys keine Fenster und überall Dreck.

So zu leben- für uns unvorstellbar. Klar wie man das die Menschen nicht so leben wie wir und ja man hat es vielleicht auch schon mal im Fernsehen oder auf Bildern gesehen aber ein Gesicht zu kennen das zu diesen Häusern gehört fühlt sich doch noch einmal völlig anderes an. Wieder zurück in unserem kleinen Zuhause fühlten wir uns wirklich schlecht. Wie oft sind wir nicht zufrieden mit dem was wir haben, obwohl wir eigentlich so viel Besitzen?? Wie oft sind wir doch neidisch auf das was andere mehr haben? Über was für unbedeutende Dinge machen wir uns oft tagelang einen Kopf? Was für völlig unterschiedliche Realitäten gibt es auf dieser Welt auf der wir alle gleichzeitig leben? Ja hört sich ziemlich philosophisch an aber genau diese Fragen haben wir uns gestellt. Es ist auch die Machtlosigkeit die einem irgendwie zu schaffen macht wenn man solche Umstände sieht und sich nur ansatzweise vorstellen kann was für Probleme diese Menschen haben müssen....

....Und es wäre alles so traurig, gäbe es da nicht trotzdem die Kinder die spielen und lachen auf den Straßen und in den Häusern…

Diese Besuche waren wirklich sehr interessant und wir hoffe, dass es irgendwann die Möglichkeit gibt diese zu wiederholen. Die Caritas hier leistet wirklich viel für diese Stadt und ihre Menschen, diese Besuche haben uns dies noch einmal viel mehr gezeigt!

 

Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden.


1.12.12 01:51

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