Die Zeit vergeht so schnell- wir haben Februar!!!?

Buenas noches,
Soo, schon wieder so lang her seit wir das letzte Mal geschrieben haben.  Fangen wir am besten chronologisch an. In der ersten Januar Woche erwartete die FASCA 30 Amerikaner. Zahnärzte, Physiotherapeuten und Studenten. Diese Gruppe hatte das Vorhaben alle Kinder der FASCA kostenlos zu behandeln. Da die Ecuadorianer in Sachen Englisch nicht wirklich gut ausgebildet sind und andersrum die Amerikaner in Spanisch genauso, war diese Woche ziemlich anstrengend aber auch sehr interessant für uns Freiwillige. Wir haben unser Bestes gegeben und versucht so gut es geht für beide Seiten zu dolmetschen, was sich allerdings als gar nicht so einfach rausstellte. Spanisch-Englisch-Spanisch, zwischendurch auf Deutsch denken dazu diese ganzen medizinischen Vokabeln, irgendwie kamen wir da manchmal ganz schön durcheinander.  Wir verbrachten die Woche teilweise in Santo Domingo, teilweise in umliegenden Dörfern.  Viele Eltern brachten ihre Kinder um sie vom Zahnarzt behandeln zu lassen, manchmal wurden aber auch die Kinder nur vorgeschickt um eine „Eintrittskarte“ zu ergattern- schlussendlich waren es dann aber die Eltern die dieses einlösten. Zu den Physiotherapeuten kamen viele Eltern die behinderte Kinder haben. Die Therapeuten zeigten den Eltern Übungen die regelmäßig gemacht werden sollten. Viele Behinderungen sind Folgen der Unter- und Falschernährung. Es ist so traurig wenn man darüber nachdenkt, dass sich viele Menschen einfach keine Therapie leisten können und durch das „nichts tun“ alles noch viel schlimmer wird. Manchmal hatten wir auch das Gefühl, dass die Eltern mit dem Wunsch gekommen sind eine Tablette zu bekommen die alles heilt und die Ratschläge von den Therapeuten dann aus Enttäuschung und Wut gar nicht erst angenommen wurden. An einem Abend verteilten wir Essen im Gefängnis was sich im Nachhinein für uns als ziemlich dummer Aktion heraus stellt.  Wir sind mit 30 Amerikanern und einigen Mitarbeitern der FASCA in diese kleine, versiffte (anders kann man es nicht sagen) Gefängnis stolziert und jeder Ami durfte eine Essenstüte an einen Häftling verteilen. Wir kamen uns vor wie im Zoo, auf der einen Seite schaut man die Menschen im Gefängnis selbst wie Tiere an, auf der anderen Seite wird man natürlich genauso angestarrt. Der Blick in einzelne Zellen war ziemlich ernüchternd, keine Betten, keine Möbel eigentlich gar nichts. Die Gefangenen sind auf die Versorgung durch ihre Familien angewiesen, wenn diese kein Essen vorbei bringen, gibt es eben auch kein Essen für die Menschen. Ziemlich schlimm. Das Gefängnis ist ziemlich überfüllt und einige Häftlinge sahen gerade einmal aus als wären sie 14 Jahre alt. Diese Art von Gefängnis ist eigentlich zum Übergang gedacht, die Häftlinge warten auf ihren Prozess. Wenn sie Geld haben und sich einen Anwalt leisten können kommen sie ziemlich schnell wieder raus. Ist das aber nicht der Fall interessiert es auch niemanden wie lange einzelne Menschen dort sitzen. Alles in allem war diese Aktion ziemlich blöd und noch einmal wollen wir da auch ganz bestimmt nicht rein. Aber es ist nun mal einfach auch ein Stückchen Realität, die man vielleicht nicht sehen möchte, aber sie ist definitiv da. Ihr seht also das es eine ziemlich spannende Woche für uns war! Mitte Januar verbrachten wir ein Wochenende damit eine andere Freiwillige in Riobamba zu besuchen. Riobamba ist eine wunderschöne Stadt in den Bergen und ganz anderes als Santo Domingo. Ruhig, sauber  und ungefährlich. Es war so schön einfach mal durch die Straßen zu schlendern ohne ständig übertrieben auf seine Sachen aufzupassen und immer alles im Blick haben zu müssen. Samstags sind wir ziemlich früh aufgestanden um mit dem Zug zur „Nariz del Diabolo“ (dt. Teufelsnase, ein Felsvorsprung) zu fahren. Die Strecke wurde erst vor kurzem wieder eröffnet und ist eine von sehr wenigen Bahnstrecken in Ecuador. Die Strecke verläuft durch die Anden und durchquert verschiedene Klimazonen. Um diesen Felsen zu überwinden, wurden die Gleise in der steilen Wand der Teufelsnase fast übereinander gelegt, der Zug fährt dadurch im Zick Zack rauf und runter was zufolge hat das so mehrere 100 Höhenmeter in wenigen Minuten bewältig werden können. Das lustigste an unserem netten Ausflug war jedoch das wir die ARD getroffen haben, die an diesem Tag eine Reportage über die Zugstrecke drehte. Falls es euch interessiert könnt ihr also am 23 Februar um 16.15 mal das ARD einschalten und euch „Auf Schienen durch die Anden“ anschauen.:-) Es war auf jeden Fall wunderschön und der Ausblick war atemberaubend.
Bei der Arbeit hat sich auch einiges verändert. Diesen Monat gab es einen Wechsel von allen Kindern aus allen Häusern. Das heißt dass wir uns von einigen Kindern und Jugendlichen verabschieden mussten, was ziemlich traurig war. Man gewöhnt sich einfach so an diese kleinen Menschen und schließt sie richtig ins Herz. Jetzt gibt es viele neue Kinder und Jugendliche die auch alle ganz süß sind. Darunter einige Schokobabys….SO Süß! Sooo seit mir nicht böse aber ich bin ziemlich müde und merke das mein geschriebenes deutsch auch schon mal besser warJ Es gäb natürlich noch viel mehr zu erzählen, aber das erzählen wir euch dann persönlich- irgendwann! Nächste Woche haben wir frei, diese Zeit nutzen wir um eine Dschungeltour zu machen. Wir freuen uns schon riesig und sind gespannt was wir alles sehen werden. Ich hoff ich bekomm endlich mal einen Affen zu Gesicht!
Euch wünschen wir eine tolle Fasnacht, feiert schön und genießt die Zeit.

 

Besitos aus dem schönen Ecuador

 

Clari & Alina

1.2.13 05:32

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